Insel und Kloster

startBereits seit dem Mittelalter gibt es klösterliches Leben auf der Insel, die ursprünglich Ruleicheswerth, später Rolandswerth genannt wurde. Der Name Nonnenwerth kam erst im 17. Jahrhundert auf, denn seit dem 13. Jahrhundert lebten hier Nonnen.
Im Jahr 1126 wurde durch Abt Cuno von Siegburg und den Erzbischof Friedrich I. auf der Insel ein Benediktinerinnenkloster gegründet. Über Jahrhunderte lebten und wirkten hier die Schwestern, führten u.a. ein kleines Hospital auf der linken Rheinseite. Das ursprüngliche Klostergebäude wurde in den Wirren des Burgundischen Krieges 1477 zerstört; die danach entstandenen Bauten brannten 1773 nieder. Das heute noch existierende barocke Gebäude wurde durch den Baumeister Nikolaus Lauxen errichtet und 1775 fertig gestellt.

Im Zuge der Säkularisierung und der Angliederung der Rheinlande an Preußen kam es 1802 zur Enteignung des Klosters. 1822 verließen die letzten Benediktinerinnen die Insel.
Diese wurde vom preußischen Staat versteigert. Der neue Besitzer Sommer gestaltete das Haus zu einem Gasthof um, der in den Folgejahren prominente Gäste beherbergte. Zu ihnen gehörten Ernst Moritz Arndt, Karl Simrock und Ferdinand Freiligrath. Der wohl bekannteste Gast war Franz Liszt, der 1841 anlässlich seines Geburtstags eine Platane auf der Insel pflanzte, die noch heute an der Westseite des Klosters zu sehen ist.
Das Hotel brachte nicht die nötigen Einnahmen und ging 1835 in den Besitz der Hauptgläubigerin Frau Geheimrat Margareta von Cordier über. Deren Tochter, Auguste von Cordier, hatte den Wunsch, Insel und Haus wieder ihrer klösterlichen Bestimmung zu übergeben. Nachdem der Versuch, hier zusammen mit Ursulinen aus Würzburg ein Mädchenpensionat zu errichten, gescheitert war, nahm Auguste von Cordier Kontakt mit M. Magdalena Damen auf, die 1835 in Heythuysen, Niederlande, eine franziskanische Ordensgemeinschaft gegründet hatte.

Magdalena sandte 1854 Schwestern auf die Insel, Auguste trat in die Gemeinschaft ein und wurde unter dem Namen Mutter Angela die erste Oberin des Klosters und Leiterin des Pensionats und der Schule.
Seitdem leben und wirken die „Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe“ – so der offizielle Name der Kongregation – auf der Insel. Von hier aus breitete sich die Gemeinschaft innerhalb Deutschlands, aber auch nach Übersee – nach Brasilien und in die USA – weiter aus.
Seither standen Förderung und Erziehung junger Menschen im Mittelpunkt des Wirkens der Franziskanerinnen von Nonnenwerth.
Die Schwestern, die hier leben und wirken, prägen auch weiterhin Insel und Kloster im Geist des hl. Franziskus.

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