Historie

Historie
1126

Erzbischof Friedrich I. von Köln und Abt Cuno von Siegburg gründen auf der Insel im Rhein ein Kloster für Benediktinerinnen. Die Insel wird Insula Beatae Mariae Virginis genannt.

1773/
1775

Das renovierte Klostergebäude fällt gänzlich einem Brand zum Opfer, unter dem Baumeister Nikolaus Lauxen entsteht ein barocker Neubau.

1802

Das Kloster wird in Folge der Säkularisation aufgehoben, den Benediktinerinnen wird von den französischen Besatzern Wohnrecht auf Lebenszeit eingeräumt.

1821

Der preußische Staat hat den Besitz übernommen und lässt ihn versteigern.

1822

Die letzten Ordensfrauen müssen die Insel verlassen. Der neue Besitzer, Gastwirt Caspar Anton Sommer, eröffnet noch im gleichen Jahr dort einen Gasthof.

Bekannte Persönlichkeiten besuchen die Insel u.a. Ernst Moritz Arndt, Karl Simrock, Ferdinand Freiligrath, der amerikanische Schriftsteller James F. Cooper. Einer der berühmtesten Gäste ist der Komponist Franz Liszt, der anlässlich seines 30.Geburtstages eine Platane pflanzt, die heute der höchste Baum der Insel ist.

1835

Die Witwe Margarethe von Cordier aus Frankfurt übernimmt vom verschuldeten Gastwirt Sommer die Insel als Eigentümerin und verbringt mit ihren drei Kindern, Emil, Auguste und Alfred immer wieder längere Zeit auf Nonnenwerth.

1844-
1848

Die Ordensfrau Ignatia Külpmann, eine Cellitin-Augustinerin aus Köln, erwirbt das Kloster, um auf Nonnenwerth ein Krankenhaus einzurichten. Letztendlich verweigert die Regierung dem katholischen Krankenhaus die Konzession. Mutter Ignatia gibt ihren Plan auf und muss den Besitz veräußern.

1846

Margarethe von Cordier verstirbt auf Nonnenwerth und wird in der Krypta beigesetzt.

1848

Gemeinsam mit zwei Freundinnen - Anna von Proff aus Honnef (inzwischen offizielle Eigentümerin) und Franziska Helff aus Ehrenbreitstein - übernimmt Auguste von Cordier die Insel, verbunden mit dem Wunsch der Mutter, das Anwesen wieder einer klösterlichen Bestimmung zuzuführen.

Auguste von Cordier wurde am 20. Februar 1813 in Frankfurt geboren. Inmitten eines aristokratisch-protestantischen Milieus, in dem ihre Eltern lebten, empfing das Kind eine gediegene katholische Erziehung. Ihre wissenschaftliche und gesellschaftliche Ausbildung war die eines jungen Mädchens im 19. Jahrhundert, dessen Eltern in begüterten Verhältnissen lebten. Nach dem Elementarunterricht weilte sie vom 16. bis 19. Lebensjahr in einem vornehmen Internat in Mannheim. Ihre mehr als durchschnittliche Begabung durfte sie in dem bekannten Düsseldorfer Malerkreis von Deger, Ittenbach, Overbeck u.a. entwickeln. Als Kind ihrer Zeit und ihrer Familie fühlte sie sich selbstverständlich angezogen von Gedankengut und Lebensgefühl der Romantik. Ohne einen Beruf auszuüben, lebte sie bei ihrer Mutter. Einige Heiratsangebote schlug sie aus, weil sie keine Klarheit gewinnen konnte für ihren weiteren Lebensweg. Auguste empfand eine zunächst unbestimmte Neigung, für Gott und den Nächsten zu leben.

Durch eine der ersten Patientinnen im Krankenhaus auf Nonnenwerth, eine junge Ursuline aus Dorsten, kam Auguste in Berührung mit dem Orden, der ihr Leben entscheidend beeinflussen sollte. Sie erfuhr von der bedrängten Lage in Dorsten, dem Mangel an Lehrerinnen. Die junge Frau fühlte sich durchaus nicht angesprochen von dem Gedanken, Unterricht zu erteilen und sich mit Erziehungsaufgaben zu befassen. Zudem war sie darauf durch eine Ausbildung nicht vorbereitet. Nach langem Zögern fuhr sie aber 1847 doch nach Dorsten und arbeitete in der Schule der Ursulinen als Lehrerin. Zu ihrem großen Erstaunen entsprach die übernommene Arbeit in geradezu vollkommener Weise ihrer Begabung. Darüber hinaus lernt sie in Dorsten das Leben einer geistlichen Gemeinschaft kennen.

1850

Zwei Ursulinen aus Würzburg kommen auf Bitten Auguste von Cordiers nach Nonnenwerth, um ein Ursulinenkloster auf der Insel zu gründen und ein Pensionat für Mädchen mit aufzubauen. Auguste von Cordier unterstellt sich ihrer Leitung und will Ursuline werden. Bei der Aufnahme in das Noviziat erhält sie den Namen Angela.

1851

Angela von Cordier die Verbindung mit den Ursulinen als sie erkennt, dass deren Erziehungsweise und Art des Klosterlebens nicht dem entsprechen, was sie als Forderung der Zeit ansieht.

Angela von Cordier lernt den Franziskaner Pater Xaverius Kaufmann (1824-1888) kennen. Er gründet 1851 in Königswinter ein kleines Franziskanerinnenkloster, in das auch einige gute Bekannte Mutter Angelas eingetreten waren. Ein Gespräch mit Pater Xaverius hat zum Ergebnis, dass die Kommunität von Königswinter nach Nonnenwerth übersiedelte. Gemeinsam nahmen die Frauen die Regel des Regulierten Dritten Ordens des hl. Franziskus an - unter Mutter Angela als Oberin und Pater Xaverius als Spiritual.

1852

Pater Xaverius erfährt in Rom von der neuen niederländischen Genossenschaft der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe in Heythuysen.

12.7.
1852

Die preußische Regierung erteilt die Erlaubnis zu Errichtung einer weiblichen Unterrichts- und Erziehungsanstalt auf Nonnenwerth.

März
1853

Mutter Angela von Cordier reist nach Heythuysen und trifft dort die bejahrte Stifterin unserer Genossenschaft Mutter Magdalena Damen.

November
1853

Im Kloster der Franziskaner in Warendorf beraten P. Xaverius und Mutter Angela mit der Generaloberin der Genossenschaft, Mutter Bernardine Mensinck, und der Oberin des Klosters zum Heiligen Kreuz in Freckenhorst, Mutter Coelestine Bollen, die Inkorporation von Kloster und Konvent auf Nonnenwerth in die Kongregation der Schwestern von der Buße und der christlichen Liebe aus dem Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus in Heythuysen / NL.

7.4.
1854

Die ersten Franziskanerinnen aus dem Mutterhaus in den Niederlanden kommen nach Nonnenwerth. Mutter Angela trägt bereits den franziskanischen Habit und beginnt das Noviziat. Sie bleibt Oberin des Klosters und Leiterin des Pensionates.

8.8.
1854

Das Kloster St. Clemens auf Nonnenwerth wird feierlich in die Kongregation der Franziskanerinnen von Heythuysen eingegliedert. Der kleine Konvent vergrößert sich schnell, Schule und Internat entfalten sich unter der Leitung Mutter Angelas.

Mai
1855

Mutter Angela und die Generaloberin Mutter Bernardine kaufen Insel und Kloster von der bisherigen Besitzerin Anna von Proff für die Kongregation.

19.3.
1864

Mutter Angela von Cordier verstirbt - erst 51 Jahre alt - auf Nonnenwerth und wird auf dem Inselfriedhof bestattet.

1879

Die Kulturkampfgesetze machen der Erziehungstätigkeit auf Nonnenwerth vorläufig ein Ende. Die Pensionärinnen mit den bei ihnen tätigen Schwestern siedeln um in eine Villa bei Maastricht.

1889

Die Schwestern kehren nach Nonnenwerth zurück.

1890

Das deutsche Noviziat wird nach Nonnenwerth verlegt.

1900

Die Kongregation wird geteilt in eine niederländische und eine deutsche Provinz. Nonnenwerth wird deutsches Provinzhaus der Kongregation.

1914-
1918

Während des 1. Weltkrieges kümmern sich die Schwestern um verwundete Soldaten, ein Lazarett wird auf Nonnenwerth eingerichtet.

1939

Geistig behinderte Mädchen und Frauen aus unserem Wohn- und Pflegeheim St. Bernardin in Kapellen werden im Kloster als Hilfskräfte aufgenommen.

1941

Die NS-Regierung schließt die Schule. Bis 1942 wieder Lazarett auf Nonnenwerth

1942-
1943

Eine nationalsozialistische Lehrerinnenbildungsanstalt ist im Klostergebäude untergebracht.

1943

Die Universitäts-Kinderklinik aus Köln wird evakuiert und bleibt bis 1947 auf Nonnenwerth.

1945

Wiedereröffnung der Schule als staatlich genehmigtes privates Oberlyzeum der wissenschaftlichen Form für Mädchen.

ab
1948

Mittlerweile gehören 1.300 Schwestern zur deutschen Provinz der Kongregation. Es wird deshalb beschlossen, die Provinz zu teilen in die Maria-Immaculata-Provinz mit dem Provinzhaus in Nonnenwerth (21 Klöster in 5 Diözesen) und die Christus-König-Provinz mit dem Provinzhaus in Lüdinghausen (15 Klöster in den Diözesen Münster und Aachen, 2 Klöster in den Niederlanden)

1960-
1988

Ausbildung von Mädchen in der Hauswirtschaft.

seit
1970

Verstärkte Einbeziehung von Laien, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, in die verschiedensten Aufgabenbereiche der Schwestern, weniger Ordenseintritte.

seit
1973

Intensivierung der Angebote für junge Erwachsene auf der Suche nach spiritueller Orientierung und Gesprächsbegleitung.

1978

Einführung der Koedukation am Inselgymnasium.

1982

Endgültige Auflösung des Internates und Öffnung des Hauses für Gäste, vor allem handelt es sich um alte und alleinstehende Menschen, die sich zu Feiertagen wie Weihnachten und Ostern im Kloster einfinden.

1984

Regelmäßige Nachsorge-Treffen Alkoholabhängiger und deren Angehöriger im Gästebereich.

1991

Eröffnung des Klostermuseums

1995

Öffnung des Ordens für Laien, die Interesse an unserer franziskanischen Spiritualität mitbringen, in Form der „Nonnenwerther Weggemeinschaft

Heute

Leben in der Maria Immaculata Provinz 64 Schwestern. Auf der Insel wohnen 13 Schwestern und die übrigen 51 Schwestern in den Konventen in Bad Honnef, Linz am Rhein, Remagen und Trier.

ZUKUNFT
OBEN