Angela von Cordier

Schwester Angela von Cordier,

Auguste von Cordier, Mutter Angela

Auguste von Cordier, Mutter Angela

die Gründerin des Franziskanerinnenklosters und der Schule auf der Insel Nonnenwerth, wurde am 20. Februar 1813 in Frankfurt geboren und auf den Namen Auguste getauft. Gemeinsam mit ihren Brüdern Emil und Alfred wuchs sie in begüterten Verhältnissen auf und erhielt eine gute Ausbildung. Sie war erst vier Jahre alt, als ihr Vater starb.

Ihre Mutter, Frau Margarethe von Cordier, erwarb 1835 die Insel Nonnenwerth von dem bisherigen Besitzer Sommer, der in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Er hatte, nachdem die Benediktinerinnen infolge der Säkularisation die Insel verlassen hatten, in dem Klostergebäude ein Hotel errichtet, das jedoch nicht die erhofften Einnahmen erbrachte.

Auguste war ungefähr 12 Jahre alt, als sie erstmals mit der Mutter und ihren Geschwistern zu Insel kam. Das verlassene Kloster übte sofort einen Zauber auf sie aus. Sie schreibt später darüber: „Ich hatte ein seltsames Empfinden, fast möchte ich sagen, eine ehrfurchtsvolle Scheu, wenn ich im Totenkeller die Inschriften der Gräber [der Benediktinerinnen] entzifferte; ich bewunderte jene hochherzigen Seelen, die den Mut gehabt hatten, alles zu verlassen und hinzugeben.“

Für Auguste wurde die Insel zur zweiten Heimat, auf die sie, besonders während ihres Studiums an der Düsseldorfer Malerakademie, immer wieder zurückkehrte.

Als 1844 eine Ordensfrau aus Köln, Mutter Ignatia Külpmann, Frau von Cordier bat, ihr die Insel zu verkaufen, um dort ein Krankenhaus zu errichten, freuten sich Mutter und Tochter, das ehemalige Kloster einer Ordensschwester übergeben zu können.

Zu den ersten Patienten zählte eine junge Schwester aus dem Ursulinenkloster in Dorsten. Durch sie erfuhr Auguste, dass dort ein großer Mangel an Lehrerinnen herrschte. Obwohl sie nicht für diesen Beruf ausgebildet war, entschloss sich Auguste, zu helfen. Zu ihrem eigenen Erstaunen entsprach die Arbeit mit den Schülerinnen in besonderer Weise ihrer Begabung – und es wuchs in ihr der Wunsch, auf der Insel ein Pensionat zu gründen und sich der Erziehung junger Menschen zu widmen. Zudem hatte Frau von Cordier auf ihrem Sterbebett ihre Kinder gebeten, das ehemalige Kloster doch einer kirchlichen Bestimmung zurückzugeben.

Nachdem sich gezeigt hatte, dass sich das Krankenhaus aus finanziellen Gründen auf der Insel nicht halten konnte, erwarb Auguste zusammen mit ihren Freundinnen Anna von Proff und Franziska Helff Nonnenwerth.

Auguste nahm Kontakt mit einem Ursulinenkonvent in Würzburg auf und bat, Schwestern zur Gründung eines Ursulinenklosters auf die Insel zu senden. Sie selbst schloss sich der Gemeinschaft an und erhielt den Schwesternnamen Angela. Doch es zeigte sich, dass weder die Erziehungsweise noch die Art des Klosterlebens der Ursulinen dem entsprach, was S. Angela als zeitgemäß ansah – und so verließen die Ursulinen die Insel wieder.

S. Angela lernte den Franziskaner P. Xaverius Kaufmann kennen, der in Königswinter einen kleinen Franziskanerinnenkonvent gegründet hatte. Diese Schwestern siedelten auf die Insel über. Doch S. Angela suchte den Anschluss an eine bereits bestehende, von Rom anerkannte Gemeinschaft. Durch P. Xaverius erfuhr sie, dass in den Niederlanden eine solche Kongregation gegründet worden war. S. Angela reiste nach Heythuysen, um das Mutterhaus und vor allem die Stifterin kennen zu lernen. Die Begegnung mit Mutter Magdalena, deren Schlichtheit und Demut, vor allem aber ihr Gottvertrauen beeindruckte sie tief. Nach diesem Besuch war sie von der Gewissheit erfüllt, dass sie gefunden hatte, was sie suchte. Sie entschloss sich, gemeinsam mit den Schwestern der kleinen Gemeinschaft auf der Insel, in die Gemeinschaft Mutter Magdalenas einzutreten.

Zwei Schwestern aus den Niederlanden siedelten zur Insel über und am 8. August 1854 wurde der Anschluss an die Schwestern von Heythuysen vollzogen. S. Angela begann ihr Noviziat, blieb aber zugleich Leiterin des Klosters und des Pensionates.

Die Zahl der Schwestern war schon neun Jahre später auf 35 angewachsen und 100 Schülerinnen lebten und lernten in Internat und Schule.

Bereits zehn Jahre nach dem Anschluss von Nonnenwerth an die Kongregation der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe, wie die Gemeinschaft später genannt wurde, verstarb S. Angela am 19. März 1864 im Alter von nur 51 Jahren.
Sie hatte gesagt:

Ich habe keine Zeit zu verlieren, und wo Gott gedient haben will, soll er mich bereit finden.“

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