Franziskanerinnen weltweit

Niederlande

Nach der Gründung 1835 in Heythuysen breitete sich die Gemeinschaft rasch in den Niederlanden aus. In der Blütezeit des Ordens gehörten zur holländischen Provinz fast 1000 Schwestern. Da seit vielen Jahren der Ordensnachwuchs ausbleibt, leben heute die meist älteren Schwestern gemeinsam im Mutterhaus in Heythuysen.

Deutschland

Schon 1852 kamen die ersten Schwestern Mutter Magdalenas nach Deutschland. Zwei Jahre später schloss sich Angela von Cordier der Gemeinschaft an, seither leben und wirken die Franziskanerinnen auf der Insel Nonnenwerth. Von dort breitete sich die Gemeinschaft in Deutschland weiter aus. Um 1900 war die Zahl der Schwestern so groß, dass die Kongregation in eine niederländische und eine deutsche Provinz aufgeteilt wurde. 1948 gab es so viele Schwestern, dass die deutsche Provinz noch einmal geteilt wurde, sodass die Franziskanerinnen heute in zwei Verwaltungseinheiten leben: der Maria Immaculata Kommunität mit Mutterhaus in Nonnenwerth und der Christus König Provinz mit Mutterhaus in Lüdinghausen.

Polen

Im Jahr 1867 gründeten deutsche Schwestern erstmals ein Kloster in Konitz, das damals zu Westpreußen gehörte, mussten die Gründung aber wegen des Kulturkampfes wieder aufgeben. Doch schon 1885 durften sie ihr Wirken in der Niederlassung wieder aufnehmen. Von dort aus breitete sich die Gemeinschaft weiter aus. Seit 1948 ist die polnische Provinz eigenständig. Eine kleine Gruppe polnischer Schwestern wirkt heute auch in Weißrussland.

Indonesien

1870 brachen holländische Schwestern nach Niederländisch-Ost-Indien, dem heutigen Indonesien auf. Die Gemeinschaft wuchs dort rasch, breitete sich über den Inselstaat aus, doch der Weg zur Eigenständigkeit war lang; er dauerte hundert Jahre bis 1970. Heute ist die indonesische Provinz die größte der Kongregation.

Brasilien

Während des Kulturkampfes im 19. Jahrhundert durften die Schwestern weder in der Schule noch in der Erziehung tätig sein und mussten sich deshalb nach anderen Aufgaben umsehen. So kam es, dass Schwestern von Deutschland aus 1872 nach Brasilien übersiedelten, vor allem in den südlichen Teil des Landes, wohin viele deutsche Familien ausgewandert waren. Heute gibt es in Brasilien zwei Provinzen, wobei sich der Wirkungsbereich der Schwestern bis zum Amazonasgebiet im Norden des Landes ausgebreitet hat. Gemeinsam haben die beiden Provinzen eine Mission in Guatemala gegründet, zu der inzwischen auch einheimische Schwestern gehören.

USA

Ebenfalls während des Kulturkampfes gingen deutsche Schwestern nach Amerika, wo sie seit 1874 unter anderem in den Indianerreservaten tätig waren. Heute gibt es in den USA drei Provinzen unserer Gemeinschaft mit den Mutterhäusern in den Bundesstaaten New York, Colorado und Kalifornien. Gemeinsam haben die drei Provinzen eine Mission in Mexiko gegründet.

Tansania

In Tansania gibt es seit 1989 eine internationale Mission, die von allen Provinzen der Kongregation getragen wird, zu der inzwischen schon eine Gruppe einheimischer Schwestern gehört.

So hat sich in den zurückliegenden 180 Jahren aus dem Samenkorn der Gründung in den Niederlanden, als Mutter Magdalena mit ihren ersten Gefährtinnen in dem kleinen Ort Heythuysen begann, im Geist des hl. Franziskus zu leben und für die Menschen da zu sein, ein großer Baum entwickelt, dessen Zweige sich über viele Länder der Erde ausbreiten. Was uns als internationale Gemeinschaft bei aller Verschiedenheit der Lebenswirklichkeiten verbindet, hat das Generalkapitel 2014 so formuliert:

„Verwurzelt im Evangelium werden wir inspiriert von Franziskus, Klara und Mutter Magdalena. Aufmerksam für Gottes Gegenwart in allen Gegebenheiten unseres Lebens sind wir als Pilgerinnen auf dem Weg [und] den Menschen in ihren vielfältigen Nöten nahe“ (aus dem Statement des Generalkapitels 2014).

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