Das Tau-Zeichen

Das Evangelium leben –

             im Geist des heiligen Franziskus und Mutter Magdalenas…

                                                       … als Pilger auf dem Weg im Zeichen des TAU

Das Tau ist ein franziskanisches Symbol, ein Zeichen, das dem heiligen Franziskus sehr wichtig war: Er malte es an Wände, ritzte es in Baumrinden und setzte es wie ein Siegel unter seine Briefe. Noch heute kann man in Fonte Colombo, einer Einsiedelei im Rietital, das rote Tau sehen, das Franziskus selbst dorthin gemalt hat.

Das Tau ist ein Buchstabe, der sowohl im hebräischen als auch im griechischen Alphabet vorkommt. In der Bibel spielt es sowohl im Alten als auch im Neuen Testament (Ezechiel 9,6 und Offenbarung 7,3) eine Rolle: Wie ein Siegel tragen es die Menschen, die in besonderer Weise unter Gottes Schutz und Segen stehen, auf der Stirn. So verband Franziskus mit dem Zeichen des Tau auch den alttestamentlichen Segen (Numeri 6,24-26):

TAU-Original 24-06-2015Der Herr segne dich und behüte dich!

Er zeige dir sein Angesicht und erbarme sich deiner.

Er wende dir sein Antlitz zu
und schenke dir den Frieden
(vgl. Num 6,24-26).

               Der Herr segne dich.            (SegLeo 1-3)

 

Vor allem aber erinnerte das Tau von seiner Form her den Heiligen an das Kreuz, das Zeichen unserer Erlösung. Im Blick auf das Kreuz erkannte Franziskus seine Berufung, als „Minderbruder“ in Demut den Fußspuren Christi zu folgen, der sich aus Liebe zu uns Menschen erniedrigte – „bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2, 8). Mit dem Kreuz-Zeichen des Tau bezeugte Franziskus, was er im Blick auf Jesus Christus als den Sinn seines Lebens erkannt hatte: Er wollte dem ähnlich werden, von dessen Liebe er sich getragen und erlöst wusste und für den er Zeuge sein wollte durch ein Leben in Einfachheit, in Hingabe an die Armen und Geringsten.

tSo ist das Tau auch für uns Franziskanerinnen von Nonnenwerth ein Zeichen, das uns miteinander verbindet und mit allen Gliedern der franziskanischen Ordensfamilie. Wie der Heilige aus Assisi wissen wir uns von Gott gesegnet und dazu berufen, ein Segen für die Menschen zu sein, denen wir begegnen und mit denen wir auf dem Weg sind zu dem Ziel, das Gott uns verheißen hat: das „Leben in Fülle“ (Joh 10,10) in seinem Reich.

 

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